CURAVIVA Weiterbildung 2019 - Im Schaufenster - Pflege und Betreuung

Im Schaufenster

Pflege und Betreuung

Wissen in der Institution nachhaltig sichern

Qualitätssicherung und -entwicklung werden heute von einer Institution erwartet. Dazu gehört, dass Mitarbeitende gefördert werden. Eine interne, gemeinsame Weiterbildung unterstützt einen gemeinsamen Lernprozess und eine gemeinsame Verständigungsbasis. CURAVIVA Weiterbildung berät seit Jahren Institutionen und plant mit ihnen passende Inhouse Weiterbildungen. Dabei nehmen wir auch immer wieder wahr, dass angeeignetes Wissen zwar umgesetzt wird, dann aber mit den Jahren versandet.

Wir überlegten uns, wie diese Nachhaltigkeit gesichert werden könnte. Viel Wissen zu einem Themenbereich als Ausgangspunkt, die Umsetzung ist geplant, und dann? Es wurde uns bewusst, dass es darum geht, dieses Wissen, die gezielte Umsetzung und danach das selbstverständliche Anwenden im Alltag aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Wie kann dies gelingen? Wie könnte eine grössere Nachhaltigkeit erzielt werden?

Wir sind der Meinung, dass nach einer breit angesetzten Inhouse Weiterbildung gezielt geplant werden muss, wer für das geschulte Thema in der Institution weiterhin verantwortlich ist. Diese Person braucht verschiedene Fähigkeiten: Sie sollte als Beraterin im Thema verfügbar sein, Fallbesprechungen durchführen können und ein Konzept mit allen wichtigen betriebsinternen Regelungen und Ziele zum Themenbereich erstellen / erstellen können. Zudem organisiert und leitet sie Erfahrungsaustauschsitzungen und bearbeitet diese nach. Dazu braucht es Wissen, Kompetenzen, aber auch die Unterstützung durch die Leitungen.

Es braucht also eine Tutorin im spezifischen Themenbereich. In verschiedenen Fachgebieten kennt man die Rolle als Tutorin bereits, z.B. in Kinästhetics oder bei integrativer Validation. Wieso also nicht in den Gebieten Gerontopsychiatrie, Demenz oder Palliative Care?

Das Alters- und Pflegezentrum Feldheim in Reiden beschloss vor einigen Jahren, einen Prozess im Bereich Palliative Care zu gehen. CURAVIVA Weiterbildung durfte die Institution in diesem Entwicklungsprozess begleiten.

In einem ersten Schritt wurde beschlossen, bereichsübergreifend allen Mitarbeitende das Grundwissen zu vermitteln. Dabei setzten sie auch das Instrument des Praxisauftrags ein, mit dem sich die Mitarbeitenden Ziele für die Umsetzung setzten. Nach einiger Zeit wurden die Erfahrungen ausgewertet. Einer der Vorteile dieses Vorgehens ist es, dass die Mitarbeitenden sich untereinander austauschen und dadurch eine gemeinsame Sprache und Haltung entwickeln. Das Feldheim ging den Weg weiter und bildete etwa 20 Fachpersonen Pflege vertieft weiter im Bereich Palliative Care. Die Teilnehmenden an dieser Weitebildung sind nun die «Expertinnen» im Thema Palliative Care im Haus und könnten eine Tutoren-/Tutorinnenrolle einnehmen.

Wir haben sowohl zwei Pflegefachleute und die Pflegeexpertin befragt, was sich durch diesen Weiterbildungsprozess im Thema «Palliative Care» in der Institution verändert hat.

Fragen an Claudia Suter und Marius Lötscher, beide in Weiterbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Langzeitpflege und -betreuung

Sie haben im Rahmen des Entwicklungsprozesses in Ihrer Institution eine Weiterbildung zum Thema Palliative Care besucht. Wie ist das Projekt abgelaufen?
Claudia Suter: Alle Mitarbeitenden im Feldheim haben mindestens einen Kurstag in Palliative Care absolviert. Die Mitarbeitenden in der Pflege haben drei Kurstage absolviert. Pro Abteilung durften zwei Mitarbeitende die B1 Weiterbildung in Palliative Care besuchen. Diese zwei Mitarbeitenden sind seitdem Ansprechpersonen bei Fragen zu Palliative Care.

Was haben die Weiterbildungen für die gesamte Institution gebracht?
Marius Lötscher: Der Bereich Palliative Care ist in der ganzen Institution verankert. Durch die verschiedenen Weiterbildungen aller Mitarbeitenden (interdisziplinär) wissen alle, was unter dem Thema Palliative Care zu verstehen ist. Es wurde eine Arbeitsgruppe Palliative Care gegründet. Aus jedem Team ist eine Person integriert. Der Informations- und Qualitätsentwicklungsprozess ist klar strukturiert. So fliessen die Informationen von der Pflegeexpertin zur Arbeitsgruppe und weiter an die Teams konstant.

In welchen Settings/Aktivitäten waren sie involviert?
C.S: Ich habe die drei Tage Weiterbildung im Feldheim besucht. Im Rahmen meiner Weiterbildung zur Fachfrau Langzeitpflege und Betreuung absolviere ich die Weiterbildung im B1 Niveau.

M.L.: Ich konnte an der internen Schulung teilnehmen, welche durch CURAVIVA Weiterbildung durchgeführt wurde. Als Teamleitung bin ich im ständigen Austauschmit den Palliative Care Fachpersonen und der Pflegeexpertin.

Stellen sie Veränderungen im Bereich Palliative Care fest? Welche?
C.S: Das Thema Palliative Care ist präsent im Team. Die Mitarbeitenden sind sensibilisierter im Umgang mit den Bewohnenden. Bei den Ärzten wird durchwegs eine umfassende Reservemedikation eingefordert. Die Mitarbeitenden sind selbstbewusster geworden im Umgang mit dem Thema.

M.L: Die vorausschauende Arbeitsweise im Denken und Handeln erleichtern schwierige und komplexe Situationen. Durch das professionelle Hintergrundwissen, welches vermittelt wurde, wird die Angehörigenarbeit auch intensiver und sicherer begleitet. Im Bereich Reservemedikation / Schmerztherapie haben wir einen enormen positiven Fortschritt gemacht. Mitarbeitende sind sicherer und sensibler in Krisensituationen geworden.

Wie können Sie als Mitarbeitende mithelfen, dass das Thema Palliative Care nachhaltig wirkt und Haltung, Grundwerte und wissen nicht verloren gehen?
C. S.: An Teamsitzungen und bei Fallbesprechungen diskutieren wir jeweils, was optimiert werden kann. Gerade heute habe ich an der Teamsitzung das Wichtigste aus den beiden Kurstagen von Montag und Dienstag dem Team weitervermittelt. Es ist wichtig, Mitarbeitende zu begleiten und mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn nicht optimal gehandelt wird, werde ich das sofort ansprechen und das richtige Vorgehen im Team besprechen.

M.L. Das Führen von und Teilnehmen an Fallbesprechungen erachte ich als zentral. Auch der ständige interdisziplinäre Austausch ist wichtig, ebenso wie das Beibehalten der Arbeitsgruppe «Palliation», um das Wissen weiterhin in den Teams zu streuen und eine fachverantwortliche Person als Anlaufstelle zu haben. Zudem müssen neue Mitarbeitende gut informiert und geschult werden.

Fragen an Nadja Hecht, Pflegeexpertin des Alters- und Pflegezentrums Feldheim.

Welchen Prozess sind Sie gegangen, damit Palliative Care in ihrem Betrieb entwickelt und dann auch umgesetzt wurde?
Zu Beginn haben wir eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um abzuklären, welche Ausgangslage wir im Haus haben, wie z.B. das aktuelle Fachwissen zur Thematik ist, welche Aufgaben im Vordergrund stehen, d.h. zu erledigen sind, und welche schriftlichen Unterlagen vorhanden sind. Relativ rasch haben wir aufgrund gesammelten Erfahrungswerten im Haus gemerkt, dass Schulungsbedarf besteht. Wir haben von Grund auf aufgebaut, d.h. alle involvierten Teams und Arbeitsbereiche und Lernenden miteinbezogen, sowie auch alle Mitglieder der Freiwilligen Begleitgruppe in Krisen und/oder im Sterben.

Den Projektablauf kann ich folgendermassen beschreiben:

  • In einem ersten Schritt haben wir pro Team zwei Fachpersonen mit der Fachvertiefung B1 Inhouse durch CURAVIVA Weiterbildung geschult.
  • Im zweiten Schritt haben wir den ersten Basiskurstag vom Grundkurs A1 gemäss unseren Bedürfnissen im Haus gestaltet. Es war uns beispielsweise sehr wichtig, das Thema Palliative Care aus Sicht von Pflege, Ärzteschaft, Seelsorge und Bestattung zu beleuchten. Auch nutzten wir die Möglichkeit, alle Mitarbeitenden vom Haus durchmischt am ersten Basiskurstag teilnehmen zu lassen, um zu verdeutlichen, dass die Menschen aus den nicht-pflegerischen Bereichen sehr wohl auch eine Haltung zum Thema haben, entwickeln können und Wertschätzung erfahren dürfen. Die Anerkennung aller Mitarbeitenden steht im Vordergrund.
  • Danach wurde der zweite Basiskurstag vom Grundkurs A1 durch CURAVIVA Weiterbildung an alle Mitarbeitenden aus dem Pflegedienst vermittelt. Auch am zweiten Tag haben wir bewusst den Inhalt an den Mitarbeitenden und ihren persönlichen Erfahrungswerten zum Sterbeprozess ausgerichtet.
  • Anschliessend wurde der dritte Tag vom Grundkurs A1, durch CURAVIVA Weiterbildung an alle Mitarbeitenden aus dem Pflegedienst vermittelt. Dabei stand nun erstmals der Blick nach Aussen im Vordergrund, für uns vor allem in Bezug auf die Familienangehörigen.
  • Im fünften und bisher letzten Schritt nutzten wir das Angebot eines Praxisauftrages von CURAVIVA Weiterbildung, um zu evaluieren, welche Ausgangslage sich in unserer Institution nun nach den Weiterbildungseinheiten präsentiert.

Die durchgeführten Bildungseinheiten dauerten insgesamt zwei Jahre. Die Kosten, die uns CURAVIVA Weiterbildung für die Schulungen und den Praxisauftrag in Rechnung stellten, erachten wir dabei als realistisch. Kostenintensiv in den Weiterbildungseinheiten waren hingegen die Zeitressourcen der Mitarbeitenden.

Das Projekt «Palliation» im Haus hat eine Laufzeit von vier Jahren, ohne Projektvorlaufzeit. Alle Teams haben in jedem Arbeitsbereich jedes Jahr eine aktuelle Projektschritt-Information erhalten, welche immer an einer Teamsitzung und mittels kleinem Präsent (dem Projektschritt-Inhalt entsprechend) stattgefunden hat. Die letzte Projekt-Information steht nun kurz bevor, da das Projekt Ende 2019 abzuschliessen ist.

Was war ihre Funktion in dem Prozess?
Als Projektleitung bin ich für die gesamte Planung und Organisation des Projektes zuständig. Mittels meiner Funktion trage ich die Verantwortung für die Wissensvermittlung und -vertiefung zum Thema, auch für die Schnittstellen.

Über die interne Hauszeitung nutze ich die Möglichkeit ca. alle acht Monate einen aktuellen Stand schriftlich zu veröffentlichen (im Haus für die Bewohnenden, Angehörigen, Mitarbeitenden sowie für die regionalen Kontaktpartner). Die Kommunikationstransparenz mit verschiedenen Medien erachte ich als wichtige Grundlage für die Anerkennung der einzelnen Durchführungsphasen über die vierjährige Projektzeit.

Was waren die Herausforderungen? Was die Erfolge?
Eine Endevaluation über den Projektverlauf ist geplant auf Herbst 2019. Einzelne Teilschritte konnten jedoch bereits als sehr positiv abgeschlossen werden. Wenn Rückmeldungen gemacht wurden, sind diese immer in den weiteren Projektverlauf miteinbezogen worden.

Die Zusammenarbeit mit CURAVIVA Weiterbildung habe ich durchwegs positiv erlebt. Die individuelle Gestaltung mit den Dozierenden hat sehr gut funktioniert, die rasche Auffassungsgabe und die empathische Unterstützung durch die Lehrbeauftragte, vor allem in den Durchführungstagen vom Grundkurs A1 (zweiter und dritter Tag), habe ich sehr geschätzt. Den Praxisauftrag haben wir nach unseren Bedürfnissen etwas später eingesetzt als vorgeschlagen. Den gemeinsamen Austausch habe ich jeweils wohlwollend und mitdenkend erlebt. Vielen Dank nochmals dafür an alle involvierten und verantwortlichen Personen.

Die Gestaltung von nachhaltigen und weiterführenden Weiterbildungseinheiten ist nach Projektende bereits wieder in Planung. Es ist uns wichtig, dass das Thema Palliative Care weiterhin präsent und im Pflegeprozess fest verankert ist.

Wie wir das gesammelte Wissen prägend erhalten können, und wie wir unsere Motivation fürs «Am Ball bleiben» hochhalten, sind Fragen, die mich aktuell beschäftigen. Eine grundsätzliche Herausforderung ist dabei die Grösse unseres Betriebes: Bei uns arbeiten ca. 250 Mitarbeitende (inkl. 20 Lernenden), davon 160 Mitarbeitende in der direkten Pflege.

Stellen Sie Veränderungen fest? Welche?
Grundsätzlich darf gesagt werden, dass sich eine umfassende Ruhe im Haus eingestellt hat. Krisensituationen haben sich auffallend stark reduziert, es gibt wenige bis keine Notfall-Hospitalisationen. Das Verständnis füreinander ist bereichsübergreifend entwickelt worden, die Wertschätzung untereinander ist spürbar.

Der Bedarf nach individueller Begleitung und Betreuung wird vermehrt kommuniziert. Während der ersten beiden Jahre wurde im Haus zusätzlich eine Arbeitsgruppe Bezugspflege aufgebaut. Hier stehen wir kurz vor dem Wissenstransfer nach einjährigem Grundlagenaufbau. Daraus entstanden sind Unterlagen, welche wir für die Eintrittsphase und Bezugspflege optimiert haben. Kurz und knapp: Wir sprechen die betroffenen Bewohnenden und ihre Angehörigen an, informieren klar und transparent für eine bestmögliche Entscheidungsfindung und bieten Hand in unterschiedlichen Fragestellungen oder bei Unsicherheiten.

CURAVIVA Weiterbildung bietet einen Fachkurs an, um TutorInnen auszubilden, welche Wissen in der Institution nachhaltig sichern können.

Wissen in der Institution nachhaltig sichern - Die Rolle des Tutors/der Tutorin Langzeitpflege

Detailinformationen und Anmeldung

Kontakt: Marylène Renggli, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, Tel. 041 419 01 96 | E-Mail

20.11.2019 - 09.12.2019 - Dauer: 3 Tage
Luzern

Lehrgang Gerontologie neu konzipiert

Im Januar 2020 startet erneut der erfolgreiche Lehrgang Gerontologie. Die Weiterbildung wurde neu konzipiert und dauert neu 20 Tage. Der Lehrgang vermittelt anwendungsorientiert und interdisziplinär die zentralen Inhalte und Einsichten der Gerontologie und leistet somit einen Beitrag zur Professionalisierung der Altersarbeit.

Mit dem Besuch dieses Lehrgangs erlangen die Teilnehmenden ein breitgefächertes gerontologisches Grundwissen und können durch die Einführung in medizinische, psychologische, soziologische und betreuerische Aspekte des Alterns ihre Handlungskompetenz verstärken und entwickeln.

Für wen eignet sich diese Weiterbildung?

Für Führungspersonen, welche - auch als Quereinsteigende - im Langzeitbereich tätig sind und ihr Unternehmen strategisch gut positionieren möchten, bietet der Lehrgang Gerontologie von CURAVIVA Weiterbildung ein geeignetes Fundament.

Der erfolgreich absolvierte Lehrgang kann als Nachweis des Branchenwissens in der Weiterbildung zum Institutionsleiter/zur Institutionsleiterin (Zertifikat und Zugang zur Höheren Fachprüfung Institutionsleitung) angerechnet werden.

Auch für Personen des Fachbereichs Alter, die auf politischer Ebene tätig sind, bietet die Weiterbildung interessante Aspekte.

Einige Stimmen zum Lehrgang

Christoph Hüsser

Das Konzept des Lehrgangs habe ich als sehr wertvoll empfunden: Pro Kurstag ein spezifisches Thema, das von ausgewiesenen Fachleuten aus der Wissenschaft und Praxis erarbeitet wurde. Das Thema wurde zuerst vorbereitet mit der Lektüre des verschickten Skripts und anschliessend am Kurstag vertieft und diskutiert. Die Qualität der Ausbildung ist mit durchwegs sehr kompetenten und vor allem (selbst)erfahrenen Fachleuten erreicht worden, die aus der eigenen Praxis berichteten. Im sehr interessanten und vielseitigen Kurs konnte ich viel dazulernen und bin jedesmal sehr gerne angereist, motiviert und bereit zuzuhören, aufzunehmen und mitzudenken.
Die Zusammensetzung der Gruppe war ein grosses Reservoir an persönlichen Berufserfahrungen und Menschenkenntnissen. Der Austausch, die sehr lebendige Partizipation, während dem Unterricht als auch in den Pausen und den Mittagszeiten war anregend und intensiv.
Die Teilnehmer wurden nicht als «Studenten» wahrgenommen, sondern vielmehr als Personen mit Ressourcen mit eigener Praxis. Diese Haltung ermöglichte einen viel intensiveren Austausch und die unterschiedlichen Bemerkungen und Kommentare der Teilnehmer halfen mir in der persönlichen Reflexion meiner Tätigkeiten.

Christoph Hüsser, Leiter Résidence Favorita, Biel

Lehrgang Gerontologie 2018

Cornelia Summermatter

Durch die Fachkompetenz der Lehrbeauftragten und das aktive Mitmachen unserer Klasse wurde dieser Lehrgang lehrreich und interessant gestaltet.

Cornelia Summermatter, Leitung Administration Senioren- & Pflegeheim Sankt Nikolaus, St. Niklaus

Lehrgang Gerontologie 2018

Olaf Vornholz

Nach 27 Jahren als Heimleiter einer Langzeitpflege-Institution verfüge ich über eine reichhaltige Erfahrung. Mit der Zertifikatsausbildung erhoffte ich frische Inputs und eine Aktualisierung meines Wissens. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Der Austausch mit den anderen Kursteilnehmenden war ausgesprochen wertvoll.

Olaf Vornholz, Institutionsleiter Alterswohnheim Hungacher

Lehrgang Gerontologie 2018

Remo Moeschler

Besonders gefallen hat mir, dass die einzelnen Lehrbeauftragten jeweils Experten in ihrem Fachgebiet waren. So konnte neben der Theorie auch ein fachlicher Austausch stattfinden. Es gab viele wertvolle Inputs, welche sich sehr gut in die Praxis umsetzen lassen. Ich kann den Lehrgang Gerontologie bei CURAVIVA Weiterbildung nur empfehlen!

Remo Moeschler, Leiter Alterszentrum Wildbach, Stadt Zürich

Lehrgang Gerontologie 2017

Interessieren Sie sich für den Lehrgang Gerontologie? Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme: Petra Herger, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, Tel. 041 419 72 56 | E-Mail

Lehrgang Gerontologie

28.01.2020 - 01.12.2020 - Dauer: 20 Tage
Zürich und Luzern

Detailinformationen und Anmeldung

Kontakt: Petra Herger, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, 041 419 72 52 | E-Mail


Tagesverantwortung: Eine Funktion mit vielen Facetten

In Ihrem Alltag als Tagesverantwortliche teilen Sie Mitarbeitende im Tagesablauf ein, delegieren Arbeiten, müssen schwierige Situationen klären und Gespräche führen. Sie sind in der Verantwortung, Aufgaben zu priorisieren und gelten als Ansprechperson für die Pflegedokumentation, den Pflegeprozess und die Einstufungen. Das sind Aufgaben und Verantwortungen, welche in der Berufsausbildung nicht oder nur bedingt gelernt werden können.

In der Fachvertiefung Tagesverantwortung lernen Sie, Prioritäten zu setzen, Abläufe zu organisieren, Mitarbeitende effizient zu planen, Aufgaben sinnvoll zu delegieren und schwierige Gespräche zu führen. Sie befassen sich mit dem Pflegeprozess und der Dokumentation, so dass Ihnen der Zusammenhang zur Leistungserfassung und Abrechnung klar ist. Dieses Weiterbildungsangebot stärkt Sie in Ihrer Rolle als Tagesverantwortliche/r. Die 8 tägige Fachvertiefung bietet Ihnen eine Plattform, auf der Sie Personen in der gleichen Funktion kennen lernen, und gewährleistet damit praxisnahen Austausch.

Wir haben mit zwei Absolventinnen des Lehrgangs Langzeitpflege und -betreuung über das Thema Tagesverantwortung gesprochen. Lesen Sie hier das Interview:

Weshalb ist die Rolle der/des Tagesverantwortlichen wichtig?

Isabell Liewald: In einem Team muss eine Person die Führung übernehmen, damit die Ganzheitlichkeit und die Umsetzung des Pflegeprozesses gewährleistet ist. Das bedeutet: Die Tagesverantwortliche ist die Hauptansprechsperson und garantiert den koninuierlichen, transparenten, interdisziplinären Informationsaustausch. Weiter ist sie eine wichtige Ansprechsperson für die Zusammenarbeit mit externen Partnern wie z.B. Angehörige. Die Tagesverantwortliche hat zudem das Leitbild und das Qualitätsmanagment der Organisation immer im Blick und engagiert sich für deren Umsetzung.

Barbara Lang: Die Tagesverantwortliche ist für den Skill- und Grademix wichtig. Sie ist für die Tagesplanung, Tagesmutierungen und Koordination der Notfälle zuständig. Weiter führt sie die Gespräche mit den Angehörigen. Die Tagesverantwortliche bildet zudem ein wichtiges Bindeglied zur Pflegedienstleitung und zur Gruppenleitung.

Welche Fähigkeiten braucht es als Tagesverantwortliche/r?

B.L.: Eine Tagesverantwortliche braucht Berufs- und Lebenserfahrung. Wichtig sind zudem Durchhaltevermögen, Flexibilität und Transparenz. Eine Tagesverantwortliche muss sich mit dem Leitbild einer Organisation identifizieren können und sich an der Umsetzung beteiligen. Sie engagiert sich für die Ausbildung der Lernenden und setzt sich für deren Förderung ein.

I.L.: Es sind für mich die folgenden fünf Kernkompetenzen, welche eine Tagesverantwortung mitbringen muss:

  1. Fachkompetenz
  2. Kommunikation: muss sich ausdrücken können, wenn es um das Delegieren, Anleiten oder Kontrollieren geht
  3. Entscheidungsfähigkeit/Entscheidungsfreudigkeit: muss Entscheidungen treffen wollen und muss hinter Entscheidungen stehen bzw. diese vertreten können
  4. Gutes stabiles Selbstwertgefühl
  5. Reflexionsfähigkeit: muss sich immer wieder hinterfragen können und offen sein für Neues. Dies setzt die Bereitschaft voraus, Situationen zu analysieren und Entwicklungen bei sich selber einzuleiten.

Welche Situationen fordern Sie als Tagesverantwortliche besonders heraus?

B.L.: Die Komplexität erscheint mir als DIE grosse Herausforderung. Jeder Tag ist anders. Hier sind die Ressourcen «Flexibilität» und «Durchhalten» zentral. Zudem finde ich es nicht immer einfach, den stetigen Rollenwechsel von «Vorgesetzte in der Rolle als Tagesverantwortliche» zum «Teammitglied» zu meistern.

I.L.: Die grösste Herausforderung für mich ist das Bearbeiten und Begleiten von ethischen Entscheidungsprozessen. Die Pflegesituationen werden immer komplexer, und die Anforderungen steigen. Vor allem der Umgang mit Entscheidungsfreiräumen, in Zusammenarbeit mit den Angehörigen, ist sehr anspruchsvoll.

Interessieren Sie sich für die Fachvertiefung Tagesverantwortung? Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme: Petra Herger, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, Tel. 041 419 72 56 | E-Mail


Erste Berufsprüfung Langzeitpflege und -betreuung: Wir gratulieren den erfolgreichen AbsolventInnen!

Am 9. Mai 2017 konnten im Kultur Casino in Bern 207 AbsolventInnen der erstmalig durchgeführten Berufsprüfung Langzeitpflege- und -betreuung ihren eidg. Fachausweis entgegennehmen. Es sind die ersten, die den neuen eidgenössischen Titel auf Tertiärstufe B tragen dürfen. Der eidgenössische Fachausweis Langzeitpflege und -betreuung ist eine zukunftsgerichtete Ausbildung, die dem demografischen Wandel der Gesellschaft Rechnung trägt und den Bedürfnissen der Heime und Institutionen entspricht. Wir haben mit zwei Teilnehmerinnen des Lehrgangs Langzeitpflege und -betreuung bei CURAVIVA Weiterbildung gesprochen, welche die Berufsprüfung erfolgreich abgeschlossen haben.

Was hat sich in deinem Praxisalltag verändert, seit du Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung bist? Was hat sich in deiner beruflichen Rolle verändert?

Gabi Distel-Richard: Meine beruflichen Kompetenzen wurden erhöht, ich darf mehr Verantwortung übernehmen. Das heisst, ich wirke mit bei der Erstellung und Evaluation von Pflegeplanungen, Prozessbeschreibungen und Veränderungsprojekten. Da wir in unserer Institution mit dem Bezugspersonensystem arbeiten, bin ich nun als Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung erste Bezugsperson einiger BewohnerInnen, und somit verantwortlich in allen Belangen und für ihr Wohlbefinden zuständig. Dies schliesst auch intensive Angehörigenarbeit mit ein.

Jasmin Ritter: Die Kompetenzen und der Lohn wurden angepasst. Der Stellenwert wurde durch die Ausbildung erhöht.

Hat sich deine Haltung in Bezug auf die Begleitung von Menschen mit Demenz oder in Palliativen Situationen verändert?

Gabi Distel-Richard: Meine Haltung ist gereift, schon während der Ausbildung zur Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung. Ich habe gelernt, meine Arbeit noch intensiver zu reflektieren. Unsere BewohnerInnen stehen für mich konsequent im Mittelpunkt. Für mich ist die Selbstbestimmung für Menschen, sei dies in palliativen Situationen oder bei Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, ein absolutes Muss. Diese fördert die Lebensqualität und somit auch das Selbstwertgefühl eines Menschen. Zudem setze ich mich stark für eine gut überwachte und wirksame Schmerztherapie ein.

Jasmin Ritter: Ja sehr! Durch die Wissensvermittlung in der Ausbildung konnte ich neue Perspektiven erfahren und dadurch kann ich effizienter und sicherer agieren.

Was ist für dich nach wie vor herausfordernd im Berufsalltag?

Gabi Distel-Richard: Manchmal ist es schwierig, bestehende Strukturen der Institution mit den Bedürfnissen und Wünschen unserer BewohnerInnen zu vereinbaren. Dabei ist oft Kreativität nötig, aber auch Durchsetzungsvermögen. Natürlich immer zu Gunsten unserer Bewohnerinnen und Bewohner.
Weiter ist auch oft die Angehörigenarbeit eine Herausforderung, da diese sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ehepartner, Ehepartnerinnen, Töchter und Söhne etc. brauchen ebenfalls oft Betreuung, Unterstützung und Informationen, welche mit regelmässigen Gesprächen gewährleistet werden.

Jasmin Ritter: Mein Stellung auf Tertiär-Stufe empfinde ich als noch etwas schwierig im Berufsalltag umzusetzen, da es eine neue Berufsgattung ist.

Welchen Mehrwert hat die Institution mit den Fachpersonen Langzeitpflege und -betreuung?

Jasmin Ritter: Durch das gezielte Wissen in Bezug auf die verschiedenen Themenfelder der Langzeitpflege, also Geriatrie, Gerontopsychiatrie, Palliative Care, Pflegeprozess, Pflegeplanung, Arbeitsorganisation und Kommunikation, kann im Betrieb die Qualität erhöht und gesichert werden.

Gabi Distel-Richard: Die Fachfrau Langzeitpflege und -betreuung ist eine vollwertige Fachperson, welche mit ihrem Fachwissen in geriatrischen, gerontopsychiatrischen und palliativen Situationen sehr viel zum Wohlbefinden der BewohnerInnen beiträgt. Weiter kennt sie den ganzen Pflegeprozess und kann diesen professionell und korrekt in ihre Arbeit miteinbinden.

Interessieren Sie sich für unseren Vorbereitungslehrgang Langzeitpflege und -betreuung? Oder haben Sie Fragen zu Weiterbildungen im Langzeitpflege-Bereich? Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme: Marylène Renggli, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, 041 419 01 96 | E-Mail


Komplexität in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz

Wenn viel miteinander zusammen kommt, dann ist es schwierig und komplex. Komplex ist es auch, wenn eine Aufgabe sehr kompliziert ist.

Simon, 16 Jahre, 1. Lehrjahr Hochbauzeichner 

Komplex wird es, wenn verschiedene Bereiche mit verschiedenen Personen eng miteinander zusammenarbeiten müssen. Komplexität ensteht dann, wenn zu viele Lösungen angeboten werden.

Gregor, 60 Jahre, Uniprofessor und Gemeindepräsident

Für mich ist im Moment gar nichts komplex. Ich habe alles im Griff.

Mara, 10 Jahre, Schülerin

Unabhängig von Alter und Geschlecht: Komplexität wird von den meisten Menschen mit ähnlichen Attributen beschrieben: Wenn vieles zusammenkommt, wenn verschiedene Menschen aus verschiedenen Bereichen eng miteinander arbeiten müssen, wenn es viele mögliche Lösungen gibt, oder wenn wir gerade das Gefühl haben, nicht alles im Griff zu haben – dann befinden wir uns in einer komplexen Situation! Dies kennen Fachpersonen in der Pflege und Betreuung von demenzkranken Menschen nur allzu gut: Oftmals haben Bewohnerinnen und Bewohner mit einer Demenz noch andere Beschwerden oder Erkrankungen, z.B. Inkontinenz, Bewegungseinschränkungen durch Rheuma oder Arthrose, Herzerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Suchterkrankungen etc. Die verflochtenen Krankheitsbilder und sich mitunter rasch verändernde Gesundheits- und Bewusstheitszustände der Menschen mit Demenz folgen keinen Regeln und lassen sich nur schwer in Kategorien fassen – dies macht den Umgang mit den betroffenen Menschen so herausfordernd und macht die Situationen komplex.

Die Tagung «Heute war es schwierig, morgen kann es vielleicht ganz anders sein» vom 27. April 2017 befasst sich mit diesem Thema. Im Zentrum stehen dabei folgende Aspekte:

  • geringe Vorhersehbarkeit und damit verbundene erschwerte Planbarkeit
  • sich verringernde Ressourcen und begrenztes soziales Netz der demenzbetroffenen Menschen
  • Problematik der Mehrfachdiagnostik, bei der Pflege von Menschen mit Demenz
  • knappe finanzielle Mittel für die Pflege und Betreuung

ReferentInnen

  • Christian Müller-Hergl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, DCM Strategic Lead, Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD), Universität Witten/Herdecke, Witten
  • Christoph Held, Dr. med. Facharzt Psychiatrie FMH Schwerpunkt Gerontopsychiatrie, Zürich
  • Doris Fellmann Blättler, Leiterin Aus-/Weiterbildung / Qualität Pflege Betreuung, AltersZentrum St. Martin, Sursee
  • Franziska Büttler, Pflegeexpertin, GAG Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu, Egerkingen

Bei Fragen steht Ihnen Irène Mahnig-Lipp, Leiterin Pflege und Betreuung, gerne zur Verfügung: 041 419 72 61 | E-Mail


Arbeit in der Langzeitpflege - nur anstrengend?

Die Arbeit in der Langzeitpflege und -betreuung ist häufig aufgrund der komplexen Situationen eine grosse Herausforderung für die Mitarbeitenden in der Pflege und Betreuung. Die Themen Verlust, Angst, Hoffnung, Hoffungslosigkeit, Leiden, Sterben und Tod sind sehr aktuell und präsent. Trotz den belastenden Themen und Aufgaben arbeiten sehr viele Mitarbeitende im Arbeitsfeld Langzeitpflege und -betreuung und erfahren Lichtblicke in ihrem Arbeitsalltag als grosse Bereicherung. Von diesen wollen wir in diesem Schaufenster berichten. Wir haben einige Teilnehmende in unserem aktuellen Lehrgang Langzeitpflege gefragt, was das Schöne und Bereichernde an ihrer Arbeit in der Langzeitpflege ist, und was für positive Aspekte sie mit ihrem Beruf verbinden.

Was ist das Befriedigende und Sinnstiftende an eurer Tätigkeit in der Langzeitpflege / an eurem Beruf?

Es können sehr schöne Beziehungen gepflegt werden zu den Bewohnenden. Der Beruf ist vielfältig und abwechslungsreich, jeder Tag ist anders. Ich kann Individualität und Kreativität ausleben. Wenn ich das Strahlen in den Augen der BewohnerInnen sehe, oder ihr Lachen höre, fühle ich mich zufrieden und ausgefüllt.

Es ist ein schöner Beruf, da man die Bewohnenden und ihre Bedürfnisse oft über längere Zeit kennt. Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich: mit einigen Bewohnern unternehmen wir Ausflüge, basteln oder kochen mit ihnen. Andere Bewohner dürfen wir in Ihrer Sterbephase bis zum Lebensende begleiten.

Ich liebe die Arbeit in der Langzeitpflege. Beziehungen sind möglich. Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit Emphatie zu begleiten, ist weshalb ich diesen Beruf ausübe.

Wie verändert sich euer Arbeitsalltag mit mehr Fachwissen und mehr Handlungskompetenzen? Was verändert sich für euch persönlich, und für euer Team?

Vertieftes Fachwissen erleichtert den Arbeitsalltag in der Praxis. Ich verstehe die komplexen Krankheitsbilder und Diagnosen der Bewohnenden besser, und das vereinfacht den Umgang mit den betroffenen Menschen. Das Verständnis für den Pflegeprozess  gewährleistet eine professionelle Betreuung. Für mich sind alle Unterrichtsthemen sehr spannend und ich empfinde sie nicht als schwer. Ich habe nur positive Erlebnisse in der Praxis, seit ich in der Schule Gelerntes dort umsetze.

Mein Team steckt momentan in einer Entwicklungsphase, wir haben letztes Jahr das halbe Team 'ausgewechselt' und jetzt gilt es, das Team wieder zu formen. Da sind gutes Fachwissen und Führungsqualitäten wichtig. Die Weiterbildung in Langzeitpflege gibt mir Selbstsicherheit und mehr Ruhe.

Was verändert sich für die Bewohnenden?

Die BewohnerInnen profitieren insofern etwas von meiner Ausbildung, dass ich selber, aber auch das Team, qualitativ anders arbeitet, weil ich den Teammitgliedern mein Erlerntes weitergebe.

Ich kann noch individueller auf die Bewohner eingehen, erkenne Veränderungen schneller und kann fachkompetenter reagieren. Ich gebe Gelerntes ans Team weiter und kann Handlungen und Entscheidungen besser begründen. Meine Weiterbildung weckt auch die Neugier des Teams, das sehr interessierte Fragen stellt, die ich beantworten kann - das macht Spass. Die Bewohner fühlen die Qualität der Pflege und Betreuung, sie reagieren positiv darauf.

Interessieren Sie sich für einen Lehrgang im Langzeitpflege-Bereich? Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme! Marylène Renggli, Bildungsbeauftragte Pflege und Betreuung, 041 419 01 96 | E-Mail.