CURAVIVA Weiterbildung 2019 - Weiterbildungsangebote - Inhouse-Angebote - Ethische Unterstützungsstrukturen in sozialen Institutionen

Ethische Unterstützungsstrukturen in sozialen Institutionen

Ethische Fragen innerhalb von Heimen und sozialen Organisationen sind nicht neu: Was tun, wenn die Zeit für die Betreuung und/oder Pflege fehlt? Wie sollen wir rationalisieren, ohne zu rationieren? Wann darf ich einen Klienten gegen seinen Willen waschen? Diese Fragen haben sich jedoch angesichts unserer modernen pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft verschärft.

 

Die Lösung ethischer Probleme ist schwieriger geworden. Alltägliche Dilemma-Situationen sowie ethische Fragen, vor die sich Mitarbeitende bei ihrer Arbeit gestellt sehen, werden mittels ethischer Unterstützungsstrukturen aufgenommen. Diese werden angeschaut und entsprechende Hilfestellungen für dessen Beantwortung gemeinsam ausgearbeitet. Durch eine ethische Unterstützungsstruktur soll das Gespräch über ethische Fragen eine verbindliche Struktur erhalten.

Nutzen einer ethischen Unterstützungsstruktur für Ihre Institution

Die Einführung einer ethischen Unterstützungsstruktur fördert einerseits die Lebensqualität der zu betreuenden Personen und steigert andererseits die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeitenden.

Dies wird erreicht, indem die eingeführte Struktur
die kommunikative und soziale Kompetenz der Mitarbeitenden fördert, welche für eine fruchtbringende Diskussion und
zufriedenstellende Beantwortung ethischer
Fragen unerlässlich ist,

  • die Fähigkeit aller Beteiligten zu ethischer Reflexion und Entscheidungsfindung entwickelt,
  • in Organisationen eine Kultur bewusster ethischer Entscheidungsfindung zu entwickeln hilft,
  • das Spannungsverhältnis von Autonomie und Abhängigkeit systematisch und personengerecht thematisiert,
  • persönliche und institutionelle Werte bewusst macht,
  • Werte wiederum mit den Zielen der Organisation verbindet,
  • die alltäglichen Wertekonflikte als Chance für eine gemeinsame Haltung thematisiert,
  • Engagement in der Organisation durch gemeinsame Lösungsfindung frei setzt, die Personalführung verbessert und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Institution stärkt.

Die thematische Bearbeitungstiefe dieser einzelnen Aspekte hängt auch von der Dauer der Begleitung der Unterstützungsform ab.

Formen der ethischen Unterstützungsstruktur

Der Bedarf für eine ethische Struktur wird individuell erhoben, und mögliche erste Schritte zur Implementierung von ethischen Unterstützungsstrukturen werden gemeinsam besprochen. Dabei kann es sich um eine kürzere Begleitung von einem oder mehreren Tagen bis hin zu einer mehrjährigen Begleitung zur Implementierung eines Ethikforums handeln. Die Dauer wird entsprechend Ihrem Bedürfnis individuell festgelegt.

Zeitlich kürzere Angebotsformen

  • Mitgehen im Alltag einer Ethikerin während eines Tages in der Organisation und anschliessendes ethisches Evaluationsgespräch zur Bedarfserhebung
  • Mitarbeitendenschulung zu einem ethischen Thema
  • Erarbeitung oder Überarbeitung von institutionellen Konzepten mit einem ethischen Bezug

Das Ethik Forum

Aus den Erkenntnissen der oben genannten zeitlich kürzer dauernden Angebotsformen oder aufgrund Ihrer Bedürfnisse
kann das Gefäss des Ethik-Forums in Ihrer Institution eingeführt werden. Die mehrjährige Begleitung und Einführung dieses
Angebots beinhaltet üblicherweise:

  • Abklärungen und Aufbau einer der Organisation angepassten Ethikstruktur (Konzept des Ethikforums, Mitglieder, «Satzung», Auftrag, etc.)
  • Weiterbildungen der Mitarbeitenden zu ethischen Themen
  • Moderation von ethischen Fallbesprechungen und Entwicklung von kompetenten ModeratorInnen für die Leitung von Fallbesprechungen, d.h. Einführung, Beratung und Schulung von ModeratorInnen aus der eigenen Institution zur selbstständigen Weiterführung des Ethik-Forums
  • Gremienarbeit zu gesamtorganisatorischen Themen, z. B. Erarbeitung von Richtlinien, ethischen Entscheidungsfindungsverfahren, Haltungen, Leitbilder, etc.